Camping, Pasta & Nächte in Brisbane

08Okt2018

Australische Eigenheit Nr. 1: Reimende Warnschilder. Beispiele gefällig?

Enjoy, don‘t destroy“, „Stay behind the line and you‘ll be fine“ oder „Shut the gate, mate!“

 

Top 4 der 3. & 4. Woche

 

Wie wir in den letzten zwei Wochen lernen mussten, kommt vor der großen Reise erstmal ganz ganz viel Planung. Unsere kommenden Trips nach Cairns und Neuseeland in den nächsten 2 Monaten haben unsere ganze Aufmerksamkeit beansprucht und wir haben vieles zum erstem Mal gemacht: Eine lange Busreise buchen, das erste Mietauto aussuchen, im ersten Hostel ein Zimmer reservieren, eine aibnb-Wohnung buchen… Dafür ist jetzt endlich alles geplant und unsere Vorfreunde könnte nicht größer sein (die Aufregung auch).

Trotzdem haben wir immerhin 4 Highlights, die wir mit euch teilen wollen:

 

1.  Brisbane bei Nacht

Für uns Braunschweiger Vorstadt-Kinder sind Hochhäuser natürlich immer ein Highlight und vor allem bei Nacht. Deshalb ging es für uns an einem Wochenende gleich zweimal abends mit dem Zug nach Brisbane, um das Großstadt-Nachtleben kennenzulernen (trotzdem waren wir immer um 11:00 Uhr wieder Zuhause, man wird ja auch nicht jünger wink). Am ersten Abend hatten wir den besten Stadtführer überhaupt: Jage, mit dem wir ja schon die Cleveland High School besucht haben und der in einem Brisbaner Hochhaus wohnt. Von dort aus war die Aussicht absolut atemberaubend und wir haben Fotos geknipst wie verrückte Touris, was Jage und seinen Mitbewohner sehr amüsiert hat. Später ging es dann noch durch die Straßen der Innenstadt, durch den Botanischen Garten zu Jages Uni, und über den Fluss zum Brisbane Festival an der South Bank. Auf dem Weg dahin kamen wir an zwei Fig Trees vorbei, die über und über mit Lichterketten bedeckt waren. Ein Gefühl wie Alice im Wunderland… Mit Take Away Pasta ging es dann zum Flussufer des Brisbane Rivers, wo wir eine Wassershow vor der Skyline angesehen haben.

Der Blick von South Bank auf die Innenstadt und die Wassershow Die Story Bridge Die Aussicht aus Jages Apartment Brisbanes Clock Tower Wie Alice......im Wunderland

 

2.  River Fire

Den Tag darauf fuhren wir wieder nach Brisbane zum alljährlichen River Fire Feuerwerk, das von den Machern des Sydney-Silvester-Feuerwerks organisiert wird und sich über die ganze Innenstadt erstreckt. Vorher mussten wir aber erstmal mit 500.000 anderen Besuchern um einen guten Stehplatz kämpfen, womit wir ehrlich gesagt nicht gerechnet hatten. Die Atmosphäre in der ganzen Stadt glich der eines riesigen Stadionkonzerts. Besonders beeindruckend war auch, dass um Brisbane herum gerade ein Gewitter tobte, von dem man in der Innenstadt bis auf die weit entfernten Blitze hinter der Skyline aber nichts mitkriegte. Schon sehr skurril.

Direkt bevor die ersten Raketen hochgingen, flogen dann noch zwei Düsenjets der Army über die Menge, was alle total gefeiert haben und uns überhaupt nicht beeindrucken konnte. Zur Erklärung: die Flieger sind seit Wochen über Brisbane Formation geflogen, um den großen Auftritt zu üben – obwohl sie am Ende nur einmal kurz ohne Formation vorbeigeflogen sind. Das Feuerwerk dagegen war wunderschön: Die Rakten wurden nicht nur vom Flussufer, von den Brücken und aus dem Wasser abgeschossen, sondern auch von den Dächern der größten Hochhäuser. All das zu mehr oder weniger genialen Soundtracks, von der epischen Musik von Star Wars, „2001“ und Interstellar bis zu den ziemlich unpassenden Songs von den Mutant Ninja Turtles und Ghostbusters. Immerhin war so für alle was dabei.

  Skyline mit Blitz

 

3.  Homemade Pasta

Zum ersten Mal in unserem Leben (und im Leben der Pasta-Maschine der Wilsons) haben wir selber Nudeln hergestellt. Sogar ganz professionell mit italienischem 00-Mehl und auf italienische Art, bzw. nach Anweisungen unserer Gastmutter, die das vor Jahren mal in Italien gemacht hatte. Wir Teenager durften den Teig kneten und unsere Gastmama und -Tante haben sich gefreut wie kleine Kinder, als die fertigen Nudeln aus der Walze kamen.

Es hat nicht nur Spaß gemacht, sondern auch wirklich gut geschmeckt sodass wir das gestern zum Abschied gleich nochmal wiederholt haben.

  Selbstgemachte Pasta 

 

4.  Camping auf Straddie

Das absolute Highlight der letzten 2 Wochen ist und bleibt aber unser Ausflug nach North Stradbroke Island, wo unsere deutsche Gastschwester mit uns 3 Tage auf dem Adder Rock Campingplatz gezeltet hat. Wir sind mal ehrlich: Im Grunde haben wir die ganze Zeit am Strand verbracht, haben gelesen, Karten gespielt und es uns gut gehen lassen. Am ersten Abend begaben wir uns auf eine sehr dramatische Suche nach einem offenen Imbiss (es war Feiertag: Queen‘s Birthday), da wir sehr hungrig waren und alle Essensmöglichkeiten mindestens 30 Minuten zu Fuß entfernt lagen. Als wir dann nach einem längeren Fußmarsch den offenen Fish & Chips–Imbiss entdeckten, gab es natürlich kein Halten mehr. Daraufhin aßen wir glücklich auf den Felsen von Cylinder Beach vor der untergehenden Sonne und konnten unser Glück kaum fassen. Der nächste Abend war auch sehr lustig, als wir mangels Campingkocher unsere Spaghetti auf dem BBQ-Grill des Campingplatzes kochen mussten (Na Abifahrt-Harz-Camper, kommt euch das bekannt vor?). Was heißt kochen: Der Grill konnte die Nudeln maximal aufweichen, und das auch nur dank eines herrenlosen Wasserkochers, den wir seit dem ersten Tag im Auge hatten. Aber was soll‘s, mit Pesto schmeckt schließlich alles. Mit Nutella übrigens auch ;)

Auch mit unserem Zelt mussten wir ein bisschen kämpfen. Die Wilsons hatten es zuletzt vor 15 Jahren rausgeholt und bei dem abendlichen Regenschauer tropfte es dann schon stellenweise auf unsere Schlafsäcke. Aber wir sind ja nicht aus Zucker!

Trotzdem oder gerade deswegen war es ein sehr schöner und lustiger Kurzurlaub und wir können Straddie nur an jeden empfehlen, der mal nach Brisbane kommt. Erstaunlicherweise haben die Touristen die Insel nämlich noch nicht wirklich entdeckt. Beim Campen waren wir jedensfalls ausnahmslos von Australiern umringt.

3 stolze Camper mit ihrem Zelt Sonnenuntergang am letzten Abend

 

 

Das war‘s erstmal mit unseren Wochenbericht. Wir sitzen gerade in einem Greyhound-Reisebus zu unserem ersten Stop auf dem Weg nach Cairns: Alexandra Headlands an der Sunshine Coast. Wie es uns dort gefällt, erzählen wir euch nächstes Mal…

 

Liebe Grüße von den jetzt richtigen Backpackern,

Theresa & Simona