Von Seelöwen hautnah und Wanderungen am Meer

02Dez2018

26.11. - 04.12.18

Die letzten Tage unseres Campervans-Abenteuer brechen an. Wir sind endlich im Norden der Südinsel angekommen und genießen die Natur der Nationalparks auf unserer Strecke.

Abel Tasman
… ist angeblich die sonnigste Region Neuseelands, weshalb man hier mehrtägige Wanderungen an der Küste des für seinen gelben Sand und türkises Wasser berühmten Nationalpark machen kann. Von der Sonne hatten wir mal wieder nicht so viel, aber hat es nur genieselt, wenn wir gerade nicht im Park herumgelaufen sind. Wir konnten natürlich keine mehrtägige Wanderung machen, haben aber dennoch versucht, möglichst viel mitzunehmen. Besonders erwähnenswert war der Spaziergang zu den Wainui Falls, dem beeindruckenden Wasserfall, den wir bisher gesehen hatten. Außerdem besuchte wir die Te Waikoropupu Springs, die für ihr glasklares Wasser bekannt sind. Ansonsten waren auch die Aussichten auf die Berge, Wälder und Buchten während der Fahrt die engen und steilen Straßen wert.
Um sagen zu können, das auch wir den berühmten Coastal Walk bewandert haben, sind wir eine Stunde lang das letzte Stückchen des Weges entlangegangen, um dann wieder umzudrehen, um den Rest des regnerischen Tages in einem Schwimmbad in Richmond zu verbringen. Hätten wir mehr Zeit in Neuseeland, hätten wir uns auch vorstellen können, den restlichen Teil des Küstenwanderweges zu erkunden.

  Willkommen im Abel Tasman NP! Auf dem Weg zum Wasserfall Wainui Falls - der Wasserfall Die gelben Strände von Abel Tasman Abel Tasman Coastal Walk


Marlborough Sounds
Nach einer Nacht auf einem schönen Campingplatz in Nelson (es gab eine Waschmaschine!!) haben wir die Stadt erkundet. Groß oder besonders spektakulär ist Nelson nicht, aber relativ gemütlich und es gibt an jeder Ecke Essensbuden. Der kleinen Asiatin mit ihrer Thai-Bude konnten wir dann auch nicht widerstehen und „gönnten“ uns ein super Lunchessen. Magen gefüllt für die weitere Reise die Küste entlang in die Marlborough Sounds. Da wir nicht genug Zeit hatten, den berühmten Queen Charlotte Track mitten durch die Hügel/Inseln zu machen, wollten wir zumindest mitten in den „Sounds“ schlafen. Unser Campingplatz lag wirklich mitten im Nirgendwo, an einer einsamen Bucht, zu der wir erstmal eine Stunde eine seeehr kurvige Straße entlang fahren mussten. Auch mal eine Erfahrung: Auf diesem Campingplatz waren wir erstmal alleine, bis um 9 Uhr nachts noch eine Familie zu uns stieß. Für die Aussicht beim Aufwachen hat sich der Weg definitiv gelohnt.
Um trotzdem ein bisschen von den Wanderwegen mitzunehmen, entschieden wir uns, den Snout Track mit Sicht auf Picton, Queen Charlotte Sound und die anderen Buchten. Sehr beeindruckend, weil wir erstens tolles Wetter hatten und zweitens einen Teil der Strecke genau auf der Kuppe des Hügels liefen und einen tollen Rundumblick hatten. Danach ging es für die Nacht auf einen gemütlichen Campingplatz bei Rarangi.

  unsere einsame Bucht beim Queen Charlotte Track Snout Track Queen Charlotte Sound Queen Charlotte Sound


Delfinschwimmen in Kaikoura
… ist dann doch nichts geworden (sorry für den Teaser). Eigentlich hatten wir in Kaikoura eine Tour gebucht, bei der wir mit Delfinen im offenen Meer hätten schwimmen können. Kurz vor unserer Abfahrt war dann die See jedoch so rau, dass das Boot nicht auslaufen konnte. Schade – Umbuchen ging nicht, weil wir am nächsten Tag in Christchurch unser Auto abgeben mussten. Stattdessen verbrachten wir unsere 2 Tage in Kaikoura damit, den wunderschönen Peninsula Walkway von beiden Seiten zu erkunden. Er führte über die Felsen direkt am Wasser lang, sodass man sich immer wieder neben Seelöwen stehend fand und sie ganz aus der Nähe betrachten konnte. Die Felsen an sich waren auch sehr außergewöhnlich geformt, und zusammen mit der Küstenformation und dem blauen Wasser ein toller Anblick.

  Chillen mit der Crew Kaikoura Peninsula Walkway Kaikoura Peninsula Walkway mit Robbe Man kommt ihnen ganz nah. Irre Steinformationen Das andere Ende des Peninsula Walkways in Kaikoura Blick auf die Bucht Kaikouras



Und nun ist unser Abenteuer mit unserem Campervan Ernie vorbei. Heute haben wir ihn in Christchurch wieder abgegeben und sind nun hier im Hostel, um dann in 2 Tagen zurück nach Australien zu fliegen. War doch etwas schmerzhaft der Abschied. Wir haben unsere Klapperkiste schon sehr ins Herz geschlossen und werden die Freiheit der Autofahrten und die gemütlichen Abende mit Tee im Campervan-Bett vermissen.
Wir werden dich nicht vergessen, Ernie! Man merkt‘s: Wir sind etwas emotional…

Theresa & Simona tongue-out

Von Gletschern, Pancakes und Seelöwen - Neuseelands Westküste

25Nov2018

22. - 25. November

 

Mt Aspiring National Park

Eigentlich hatten wir in Wanaka eine größere Wanderung unternehmen wollen, aber als wir am nächsten Morgen die Berge in Wolken gehüllt vorfanden, beschlossen wir, einfach aufzugeben und weiterzufahren. Letztendlich eine gute Entscheidung: Auf dem Weg durch den Mount Aspiring National Park war das Wetter super und wir konnten alle Highlights mitnehmen. Zunächst führte unsere 5-stündige Fahrt zu Lookouts auf Lake Wanaka und das Valley dahinter. Später stoppten wir dann für einen Spaziergang zu den unglaublich klaren Blue Pools, zu denen uns ein 15-minütiger Weg durch den moosigen Wald führte. Da es hier so viele flache Steine gibt, scheint es Tradition zu sein, dass alle Besucher Steintürmchen bauen, die dann wie Kunst in der Landschaft wirken. Besonders toll war auch, dass wir dort Eltern von einem Freund von uns aus Braunschweig in die Arme liefen. Verrückt, sich einfach so am anderen Ende der Welt zu treffen!
Der nächste Stopp war ein Wanderweg durch wieder einmal Moos bedeckten Wald (hier besonders: Das Moos war gelb und bedeckte ganze Waldnischen) zu einem Aussichtspunkt auf das Valley und schneebedeckte Berge. Später besuchten wir noch kurz einen Wasserfall, der auf dem Weg lag.

Nach einer Weile erreichten wir endlich die südliche Westküste und waren fasziniert, wie anders die Landschaft dort war: Wir hatten das Gefühlt, mitten in Australien gelandet zu sein! Je weiter wir nördlich kamen, desto mehr ähnelten die Bäume dann Regenwald und es wurde auch immer nasser. Hier machten wir die Erfahrung, wie es ist, den ganzen Tag keinen Handyempfang zu haben und höchstens an verlassenen aussehenden Farmen vorbeizukommen. Man merkt da schon seine eigene Abhängigkeit vom Internet. Gruselig, wenn man niemanden im Ernstfall erreichen kann und meilenweit kein Mensch zu sehen ist. Am Ende waren wir sehr froh, endlich Menschen anzutreffen, sobald wir unseren Campingplatz bei Gillespie Beach erreicht hatten. Dort genossen wir als Abendprogramm den Sonnenuntergang am Strand mit der schneebedeckten und sonnenbeschienen Bergkette der Südalpen im Rücken. Vollmond war auch, und selbst Mount Cook konnten wir endlich aus der Ferne sehen! War die einsame Fahrt auf jeden Fall wert.

Die Aussicht auf den See neben Lake Wanaka Blue Pools Land-Art? TT in den Blue Pools Gelbes Moos Meeeehr gelbes Moos Geschaffter Hike auf eine Aussichtsplattform Plötzlich wie in einem anderen Land Plötzlich wie in einem anderen Land Sonnenuntergang mit Blick auf Mt Cook

 

Franz Josef Gletscher

Da die Straße zum Fox Glacier leider geschlossen war, mussten wir uns mit der Sicht aus der Ferne auf die Eismassen genügen. Dafür fuhren wir dann gleich weiter zum Franz Josef Gletscher. Der Wanderweg dorthin war beinahe beeindruckender als den abschließenden Aussichtspunkt auf den Gletscher selbst. Der Weg war das Ziel ;) Wir liefen nämlich mitten durchs ehemalige Gletscherflussbett und kamen an vielen Wasserfällen und riesigen Felsen vorbei. Der ständige Blick auf den Gletscher war natürlich auch nicht zu verachten. Leider ist das Eis in den letzten Jahren schon extrem zurück gegangen.

Der Aussichtspunkt des Franz Josef Gletschers Ein Gletscher! Fox Glacier aus der Ferne

 

Pancake Rocks & Seelöwen

Ein zweitägiger Roadtrip stand an! Um die restliche Westküste so schnell wie möglich zu überbrücken – wir wollten uns im Norden dafür lieber mehr Zeit lassen – mussten wir 2 Tage lang viele Kilometer zurücklegen. Auf der Strecke hielten wir trotzdem ein paar Mal an: Zuerst in dem wenig spektakulären Hokitika, die erste „große“ Stadt auf unserem Weg seit Wanaka. Besonders cool waren die Pancake Rocks, nördlich von Greymouth, wo man einen Rundweg an der Küste laufen kann und dabei die ungewöhnliche Gesteinsformation sieht. Auf jeden Fall einen Stopp wert. Das zweite Highlight der Strecke war eine Seelöwenkolonie bei Westport, wo wir bestimmt eine halbe Stunde nur standen und die Seelöwen mit ihren „pups“ beobachteten.

Pancake Rocks Pancake Rocks Seal Colony Süßer Mops

 

Jetzt sind wir endlich im Norden der Südinsel angekommen und der Abel Tasman National Park wartet auf uns. Unser Daumen sind gedrückt für gutes Wetter, damit wir möglichst viel sehen können.

 

Alles Liebe von

Theresa & Simona tongue-out

Im Campervan durch die Südalpen Neuseelands

21Nov2018

16. - 21. November

 

Nachdem wir mit der Interislander-Fähre zur Südinsel hinübergesetzt hatten, ging es sofort mit dem Bus die Ostküste hinunter nach Christchurch, wo wir eine Nacht verbrachten und „Fantastic Beasts – Crimes of Grindelwald“ im Kino sahen. Am nächsten Morgen waren wir dann bereit, unser Home On Wheels für 2 Wochen abzuholen...

 

Ernie – unser Lucky Rookie Campervan

Ernie, benannt nach dem Nummernschild, hat bis auf eine Toilette eigentlich alles was wir brauchen: 2 Sitze vorne, hinten eine Bank, die man für die Nacht zu einem Bett umbauen kann und an der Heckklappe ein Fach mit einem kleinen Gaskocher und eine Mini-Pumpspüle. Große Mahlzeiten kann man hier nicht kochen, aber für Dosensuppe oder Nudeln mit Pesto reicht es allemal. Bisher hat uns Ernie auch sicher überall hingebracht, obwohl er schon einige Kilometer auf dem Buckel hat und bei Bergen doch hörbar kämpfen muss. Wir halten die immer schön die Daumen gedrückt und sind froh, gut versichert zu sein. Nachts schlafen wir immer auf Campingplätzen, die leider auch fast alle etwas kosten. Freies Campen dürfen wir ohne tragbare Toilette etc. nämlich nicht und die kostenlosen Campingplätze sind auf unserer Strecke doch rarer als erwartet. Uns macht es auf jeden Fall Spaß, selbstständig überall hinfahren zu können. Eine ganz neue Erfahrung auf unserer Reise.

Ernie von innen Die Kissen und Holzteile kann man zu einem Bett zusammenbauen. Gemütlicher als es aussieht! Frühstück vorbereiten. Wie immer: Porridge mit Obst und ausnahmsweise mal ein Brot  Ernie in der Wildnis Neuseelands

 

Akaroa & Little River Campingground

Für unsere erste Nacht hatten wir geplant in dem wunderschönen französisch angehauchten Akaroa nahe Christchurch auf einem kostenlosen Parkplatz zu schlafen. Wie oben schon erwähnt, haben wir dort jedoch festgestellt, dass es für uns mit Nicht-Selbstversorger-Auto nicht möglich ist. Deshalb ging es nach kurzer Erkundungstour durch Akaroa (wo wir gerne länger geblieben wären) zum Little River Campground ganz in der Nähe. Dieser kostete zwar $15 pro Person, aber bot dafür Stellplätze direkt neben einem Fluss, ein großes Gelände mit Wald, eine gemütliche Küche und sogar ein Lagerfeuer am Abend. Auf jeden Fall eine beruhigend schöne erste Nacht, die deshalb das Geld wert war.

Unser erster Campingplatz

 

Frieren am Lake Tekapo

Unsere erste längere Autofahrt stand an: Eine Weile die Ostküste herunter und dann ab in die Berge der Südalpen, zu dem eisblauen Lake Tekapo. Bei unserer Ankunft konnten wir noch die blaue Farbe und die Sonne genießen, wurden aber schon mit deutlich kälterem Wetter konfrontiert. Die Nacht auf einem Campingplatz mit Plumpsklo wurde dann zu einem ersten Härtetest: Wir versuchten erfolglos, unsere Kartoffeln im eisigen Wind zum kochen zu bringen und scherzten daraufhin, dass die umliegenden großen Campervans uns doch mal zum kochen bei sich einladen könnten. Kurz darauf ging neben uns die Tür auf und drei nette Australier boten uns ihren Herd an. Da konnten wir nicht „Nein“ sagen und waren froh, im warmen zu stehen und eine nette Unterhaltung zu führen. Nachts begann es dann zu schneien und wir froren doch sehr trotz Schlafsack und extra Decke. Die Stimmung war am nächsten Tag dementsprechend gedrückt. Leider war das Wetter so schlecht, dass wir am Lake Tekapo nichts machen konnten und so weiter zum nächstgelegenen Lake Pukaki fuhren. Die Landschaft auf unserer Strecke war trotz diesigem Wetter absolut atemberaubend und anders als alles, was wir bisher in unserem Leben gesehen hatten.

Vorne: die typischen Blumen in den Bergen hier. Hinten: TT und der Lake Tekapo Sisi genießt die Aussicht Unsere Fensterscheibe am Morgen - brrrrr!

 

Lake Pukaki & der versteckte Mt Cook

Bei Lake Pukaki angekommen fuhren wir prompt an unserem Campingplatz vorbei und gerieten direkt an den Fuß von Mount Cook, den wir wegen Schnee und Regen jedoch nicht einmal ansatzweise sehen konnten. Überhaupt konnte man von den den großen Bergen um den See keinen einzigen während der Fahrt sehen. Die Weite der Landschaft war trotzdem sehr beeindruckend, und wir waren insgeheim froh, zu weit gefahren zu sein. Es ging dann trotzdem zurück zu einem Holiday Park am Seeufer, wo wir eine heiße Dusche genießen durften, in einer geschlossenen Küche essen konnten und den Abend im warmen Aufenthaltsraum mit großen Fenstern genießen konnten. Gegen Abend rissen sogar etwas die Wolken auf, sodass wir auf die riesigen schneebedeckten Berge um uns herum blicken konnten. Am Morgen begrüßten uns dann auch ganz viele kleine Häschen auf der Wiese, wo unser Van stand. Leider war das Wetter trotzdem nicht besser geworden und wir konnten nicht wie geplant den Hooker Valley Track am Mount Cook machen. Sehr schade.

Unser Campingplatz am Lake Pukaki Sehr ihr den Mt Cook? Wir auch nicht. PS: Kaaaalt! 

 

Queenstown

Stattdessen ging es für uns weiter Richtung Queenstown. Die Fahrt dahin war recht abenteuerlich. Der Höhepunkt war der verschneite Lindis Pass, ein Valley, das nun komplett mit Schnee bedeckt war und uns dadurch ein kurzes Gefühl von Skiurlaub bescherte. Auf dem Weg nach Queenstown wechselte das Wetter jedoch wieder in Regen und wir konnten bei unserer Ankunft nicht mehr machen, als ein wenig durch die regennasse Stadt zu laufen. Eigentlich hatten wir zum Abendessen die berühmten Fergburger probieren wollen, wurden dann jedoch von der superlangen Warteschlange abgeschreckt. Stattdessen prüften wir die Konkurrenz und hatten fantastische „Devil‘s Burger“ und danach sogar noch einen Cookie-Milchshake. Am nächsten Morgen wachten wir endlich zu blauem Himmel und sonnenbeschienenen Berghängen auf und waren unendlich glücklich.

(Uns ist bewusst, dass wir sehr viel übers Wetter schreiben. Wir haben hier aber auch gelernt, wie sehr einem das Wetter die Reisepläne versauen kann – vor allem in einem Land, das außer Natur nicht viel KOSTENLOSES Entertainment bietet.)

Auf jeden Fall nutzen wir das gute Wetter und bestiegen unseren ersten neuseeländischen Berg: Anstatt die zu teure Gondel zum berühmten Aussichtspunkt zu nehmen, kletterten wir den Tiki Trail hoch, was ein kleines Abenteuer für sich war, da er noch so matschig und rutschig vom Regen war. Aber das Schwitzen lohnte sich: Die Aussicht auf Queenstown, den See und die umliegenden Berge ist einfach beeindruckend.

Auf dem Weg nach Queenstown landen wir hier: Lindis Pass Schneeeee! Dafür hat sich der Aufstieg gelohnt: Queenstown mit den Remarkables im Hintergrund

 

Arrowtown & Wanaka

Noch am selben Tag fuhren wir über Arrowtown und Cardrona nach Wanaka. Arrowtown war ein super Zwischenstopp, weil die ehemalige Goldsucherstadt noch so alt und gemütlich war und man auf der Fahrt eine beeindruckende Aussicht auf das Tal hatte. In Wanaka war das Wetter dafür leider wieder schlecht und wir konnten mal wieder unsere Wanderpläne für den nächsten Tag streichen. Dafür verbrachten wir die Nacht auf einem gemütlchen Campingplatz am Fluss mit Enten, heißer Schokolade und was zum Naschen. Langsam arrangieren wir uns mit dem Leben im Campervan und fühlen uns richtig wohl am Abend, sobald wir das Bett ausgeklappt haben und es uns gemütlich machen können.

Der Blick ins Tal: Arrowtown und hinter dem Hügel in der Mitte Queenstown Einer unserer Lieblingscampingplätze nahe Wanaka Ente, Ente, Ente, Ente... Gans!

 

In der Hoffnung auf besseres Wetter an der Westküste,

viele Grüße von

Simona & Theresa tongue-out

New Zealand – Nordinsel: Part 2

15Nov2018

13.-15. November 2018

Taupo

Direkt nach einer Nacht in dem nicht sehr aufregenden Matamata ging es für uns mit dem Bus über Rotorua nach Taupo, eine Stadt, die vor allem für das nahegelegene Tongariro Alpine Crossing (8h, war uns mit Erkältung und unserem Fitnesstand zu anstrengend), dem Mt Taranaki und den größten See Australasiens (neues Wort für uns) bekannt ist. Der See macht die Stadt erst schön, ansonsten ist hier nichts besonderes. Wir hatten unsere Freude mit „Der Hobbit“-DVDs im Hostel und einem Zweierzimmer, das wir uns ausnahmsweise mal leisten konnten. Den zweiten Tag in Taupo haben wir damit verbracht, zuerst mit dem Bus zu den Aratiatia Rapids zu fahren, wo man täglich miterleben kann, wie ein Staudamm täglich das geöffnet wird und das ganze Flussbett überflutet. War auf jeden Fall sehr beeindruckend, was für eine Kraft das Wasser hat. Daraufhin ging es einen 7km Wanderweg durch die wechselhafte neuseeländische Landschaft. Innerhalb von 2 Stunden fühlten wir uns, als hätten wir Spanien, Deutschland und Australien durchquert. Am Ende wurde das Spazierengehen dann doch eher zu Power Walking, weil wir unserem Bus zurück in die Stadt erwischen mussten. Gott sei Dank waren schnell genug und hatten am Ende noch Zeit, uns unser eigentliches Ziel, die Huka Falls, anzugucken.

Die Aratiatia Rapids vor der Dammöffnung ... und danach. Huka Falls 

 

Wellington

Nach einer 6stündigen Fahrt aus Taupo kamen wir abends in Wellington an. Da unsere Fähre zur Südinsel morgens am nächsten Tag fuhr, hatten wir leider nur einen Abend Zeit, um Neuseelands Hauptstadt zu entdecken. Innerhalb der kurzen Zeit haben wir die Aussicht vom Botanischen Garten auf die Berge hinter der Stadt und die Bucht genossen, haben die Straßen der Innenstadt durchlaufen und sind am Hafenbecken entlanggegangen. Insgesamt gefällt uns Wellington von den großen Städten Neuseelands mit Abstand am besten: Es gibt weniger Hochhäuser als in Auckland, die Straßen sind kleiner und deshalb gemütlicher und insgesamt war die Stadt auch weniger überlaufen. Wir hätten die Stadt gerne noch einen Tag länger besichtigt. Aber dann müssen wir wohl nochmal wiederkommen ;)

 

Jetzt heißt es: Bye bye Nordinsel! Auf geht‘s mit dem Campervan auf die Straßen des Südens. Das Leben in einem Auto und das Schlafen in der Natur wird bestimmt spannend.

Theresa & Simona tongue-out

New Zealand - Nordinsel: Part 1

14Nov2018

Dinge, die man als Tourist in NZ erleben muss (die wir schon abhaken können) - Teil 1:

- mit „Kia Ora“ bergüßt werden

- in Auckland bei grün quer über die Kreuzung gehen (alle haben gleichzeitig grün)

- schafe und Kühe auf endlosen Hügeln sehen (mähh)

- den „Hobbit“ oder „Herr der Ringe“ lesen

 

6.- 12. November 2018

Die erste Woche in Neuseeland ist schon rum. One down, three to go. Was wir im Land der Kiwis, Silberfarne und Hobbit-Hügel erlebt haben, lest ihr jetzt:

 

Auckland

Nach einem langen Tag im Flugzeug und in 3 Flughäfen sind wir mitten in der Nacht in Auckland gelandet und sind um halb 2 Uhr morgens glücklich in unserem Hostel ins Bett gefallen. Nachdem wir am ersten Vormittag erstmal SIM-Karten eingerichtet und unsere ganze Reise auf der Nordinsel geplant haben, ging es endlich raus auf die Straßen Auckland. Im Grunde sind wir den schönsten Häusern und kleinen Straßen nachgelaufen und sind nach einer Tour um den Hafen in einem kleinen Café mit Blick auf das Wasser gelandet, wo wir uns eine heiße Schokolade „gegönnt“ haben.

Zur Erklärung: Als Backpacker hat man immer ein schlechtes Gewissen, wenn man Geld ausgibt. Wenn immer wir also für etwas Schönes Geld ausgeben müssen, sagen wir: Wir gönnen uns das mal. Und wir gönnen uns nach unserem Gefühl schon einiges. Trotzdem sind wir der Meinung: Wir sind ja nicht hier, um nichts zu machen und nur zu sparen. An manchen Stellen ist es okay, sich etwas zu „gönnen“.

Am zweiten Tag war eigentlich der Plan, einmal quer durch Neuseeland zu laufen, beziehungsweise den Coast to Coast Walk quer durch Auckland zu machen. War uns dann aber doch zu lang und wir haben es nur durch den Albert Park und den Auckland Domain Park mit seinem wunderschönen, alten Gewächshaus zum Mount Eden geschafft. Die Aussicht von dem Vulkankrater, der Mount Eden bildet, war den Aufstieg wert. Vor allem die Sicht auf Aucklands Vororte hat uns gezeigt, dass es noch viele niedliche Ecken geben muss, die deutlich schöner sind als die von Hochhäusern überwucherte Innenstadt.

Am Nachmittag führte unser Weg dann zum Ben&Jerry‘s-Store, auf den wir seit unserem wortwörtlich ins Wasser gefallenen Aufenthalt in Noosa (war trotzdem schön – nur halt zu nass, um am letzten Abend zu Ben&Jerry‘s zu gehen) gewartet hatten. Lecker!!!

Auckland Komische Bäume im Park... mit komischen Touristen dran! Die Aussicht vom Mount Eden Wintergarten

 

Paihia

Die restliche Nordinsel bereisen wir momentan mit dem Bus mit einem Intercity-Travel Pass, der uns zu möglichst vielen Highlights bringen soll und auch schon einige kostenpflichtige Sehenswürdigkeiten. So auch eine Bootstour in Paihia, die „Hole in the Rock Cuise“. Wir bestiegen also morgens in Auckland einen Bus, der uns durch die wunderschönen grünen Hügel in den Norden brachte. Auf der Fahrt kamen wir überhaupt nicht mehr aus dem Staunen raus und erwarteten hinter jedem Hügelchen Bilbo zu sehen. Besonders traumhaft war auch, dass die unzähligen Kühe und Schafe die Hügel ihr Zuhause nennen können und mit dem ganzen Auslauf wahrscheinlich die glücklichsten Tiere der Welt sind.

Paihia selbst ist ein kleiner Ort, der davon lebt, dass man von dort aus mit dem Boot die Bay of Islands erkunden kann. Unsere Bootstour führte uns um all die kleinen grünen Inseln und gigantische Felsen und natürlich auch zum berühmten „Hole in the Rock“. Wortwörtlich: Ein großes Loch mitten durch eine Felseninsel, das wir mit dem Boot sogar durchqueren konnten. Definitiv beeindruckender als es klingt. Schön war auch, dass wir Delfine sehen konnten, die eine Weile mit unserem Boot mitgeschwommen sind. Auf dem Rückweg haben wir dann noch einen Zwischenstopp auf Russel Island mit all den süßen, kleinen Häusern gemacht, bevor es für die Nacht in unser Hostel in Paihia ging.

Hole in the Rock - Rock Hole in the Rock Russel Island

 

Chaos-Nacht in Auckland

Bevor es weiter ins Landesinnere gehen konnte, hatten wir noch einen kurzen Zwischenstopp in Auckland, der etwas aufregender wurde, als wir uns das vorgestellt hatten. Kurze Zusammenfassung: Nachdem wir von unserem „überbuchten“ Hostel spät abends durch die Stadt zu einem anderen Hostel geschickt wurden, dieses Hostel mit einem Mann an der Rezeption natürlich völlig überfordert war, wir gerade noch die letzten Hostelbetten der Stadt ergattern konnten (wortwörtlich: Taylor Swift gab an dem Abend ein Konzert und ganz Auckland war ausgebucht), leider in unterschiedlichen Zimmern auf unterschiedlichen Etagen schlafen sollten, Simona daraufhin bei 7 aufgeschreckten indonesischen Teenagern auf der Matte stand, die laut ihrem Lehrer noch NIE in ihrem Leben mit einem Mädchen in einem Raum geschlafen hatten, und der Lehrer daraufhin gezwungenermaßen mit Simona Betten tauschte… landeten wir beide zufällig zusammen in einem Doppelzimmer mit eigenem Bad, ohne mehr bezahlen zu müssen! Wir haben uns gefühlt, wie im Luxushotel :D Ende gut, alles gut.

 

Waitomo Caves

Weiter ging es am nächsten Tag mit dem Bus und unsererer Lieblingsbusfahrerin Rachel zu dem Waitomo Caves, einer Tropfsteinhöhle mit Glühwürmchen, die ebenfalls in unserem Travel Pass enthalten war. Dort wurden eine Stunde erst durch den beleuchteten Teil der Höhle geführt und stiegen dann in ein Boot, das im Dunkeln durch den restlichen Höhlenteil fuhr. Hier kamen die unzähligen Glühwürmchen erst zum Vorschein und es war atemberaubend im Stillen zu sitzen und quasi in einen künstlichen Sternenhimmel zu gucken. Definitiv einen Zwischenstopp wert!

 

Rotorua

Nach dem Waitomo Caves fuhr uns Rachel weiter nach Rotorua, der Stadt, die berühmt ist für ihre geothermischen und vulkanischen Aktivitäten und den allgegenwärtigen Geruch nach Schwefel (Quelle: Wikipedia. So schön hätten wir das niemals sagen können.). Gleich nach unserer Ankunft erkundeten wir den Kuirau Park mitten in der Stadt, wo es zahlreiche heiße Tümpel mit blubberndem Schlamm gibt, aus denen der schwefelhaltige Nebel aufsteigt, der der Stadt ihren Geruch gibt. Ganz ehrlich: Wenn man nicht gerade direkt neben den Tümpeln steht, ist es wirklich kaum wahrnehmbar. Bitte nicht deshalb nicht herkommen!
Der nächste Tag war besonders ereignisreich, da wir mit einer Tour (#gönnen) gleich zwei Nationalparks besucht haben: Zuerst das Wai-O-Tapu Thermal Wonderland mit dem Champagne Pool, dem neongrünen „Devil‘s Bath“ und zahlreichen anderen blubbernden Schlammkratern, wo man dem außergewöhnlichen Naturphänomen Rotoruas am nächsten kommt. Schön war auch der Lady Knox Geyser, der jeden Morgen 30.000 Liter heißes Wasser meterweit in die Luft schießt. Trotzdem ẃar das nächste Ziel unser Tageshighlight: Das Waimangu Valley, das in seiner heutigen Form 1889 aus einer gigantischen Explosion des Mount Hazard entstanden ist. Angeblich konnte man dessen Knall sogar bis nach Christchurch auf der Südinsel hören. Zum Zauber der wunderschönen Natur von Waimangu trug auch bei, dass wir auf den meisten Wegen alleine waren. Leider heutzutage eine Seltenheit bei neuseeländischen Touristenattraktionen. Durch das Valley führten mehrere hiking tracks, von denen aus man einen fantastischen Blick auf diverse Krater und Schlammtümpel mit bunten Algen hatte. Am besten gefallen hat uns der Frying Pan Lake Crater. Dessen See liegt umgeben von Farnen, Bäumen und riesigen Felsen und ist selbst so heißt, dass der Wind dessen Dampf über die Seeoberfläche bläst. Für uns war es einer der friedlichsten und hypnotisierensten Orte, an dem wir je gewesen waren. Wer mal den Kopf leeren will: Einfach mal herkommen, stundenlang auf den See gucken und den Vögeln lauschen. Wir wollten immer flüstern, um die beruhigende Stille nicht zu durchbrechen.

Überall raucht's aus mud pools in Rotorua Mitten in der Stadt - Kuirau Park Schwefelgeruch? Ach was... Blubbernder Schlamm Der Champagne Pool Auch mal ein Bild mit uns beiden drauf Lady Knox Geyser TT am Devil's Bath Der friedlichste Ort, an dem wir je gewesen sind... Ein Krater im Waimangu Park

 

Hobbiton

Auf zu den Hobbits! Auch wenn Hobbiton nicht in unserem Travel Pass gewesen wäre: Wir wären trotzdem hergekommen. Das ehemalige Filmset der „Herr der Ringe“ / „Hobbit“ - Filme auf einer Farm im Nirgendwo wurde extra für Filmfans wie uns aufrecht erhalten und wird täglich von tausenden von Leuten besucht. Man kann leider nur mit einer Tour herumlaufen, aber dafür sind auch einfach zu viele Leute dort. Trotzdem ist der Filmzauber sofort auf uns übergesprungen. Zu sehen, wo Martin Freeman als der Hobbit in sein Abenteuer zog, Gandalf und Frodo sich das erste Mal trafen und Bilbo einst gemütlich vor seiner Hobbithöhle seine Pfeife rauchte war total beeindruckend, weil wirklich alles detailreich für den Film aufgebaut wurde. Fun Fact: Regisseur Peter Jackson versuchte geradezu obsessiv Computeranimationen zu vermeiden und ließ dafür zum Beispiel einen ganzen Baum aus Silikon herstellen und ihn mit 200.000 Blättern aus Taiwan verzieren. Für uns Besucher hat sich der ganze Aufwand gelohnt: Wir durften eine Stunde lang Hobbits sein, Fotos von den 40 Höhleneingängen machen und ein kostenloses, exklusives Hobbiton-Bier im Green Dragon Pub trinken. Da wir als Kinder oft das Hobbit-Hörbuch gehört und mehr oder weniger alle Filme gesehen hatten, war diese Erfahrung wirklich einer der bisherigen Höhepunkte.

Könnten wir in Hobbiton leben, müsstet ihr uns schon besuchen kommen, um uns wiederzusehen. Ein kleiner Himmel auf Erden…

PS: Als Souvenir haben wir uns das „Hobbit“-Buch gekauft. Nicht „gegönnt“. Ist ein „muss“!

Ganz oben rechts: Bilbos Hobbithöhle happy hobbit 40 Hobbithöhlen sind noch erhalten (zumindest von außen) Hi Bilbo! Auch ansonsten sieht es in Neuseeland aus, als würde hinter jedem Hügel gleich ein Hobbit hervorschauen.

 

Weiter geht‘s dann morgen Richtung Taupo. Nun sind wir erstmal in einem Hostel in Matamata (nicht sehenswert) nahe dem Hobbiton-Set und freuen uns nach einem schönen Tag im Filmland auf unsere Pumpkin-Suppe aus der Dose. Die kleinen Freuden des Backpacker-Lebens…

 

Viele liebe Grüße von nun wirklich dem anderen Ende der Welt (12h Zeitverschiebung),

 

TT & Sisi tongue-out

North Queensland & eine erste WWOOFing-Erfahrung

04Nov2018

Noch ein Australien-Reim an Bahngleisen: "Behind this line is fine." (Danke dafür, Annie!)

29. October - 5. November 2018

 

Cairns

3 Tage in Cairns sind schnell vorbei gegangen: Von unserem super Hostel „Mad Monkeys Waterfront“ aus (es gab jeden Morgen free pancakes mit Marmelade, Peanutbutter und Schokosoße – für uns ein riesen Luxus!) haben wir am ersten Tag erstmal die Umgebung und vor allem den öffentlichen Stadtpool erkundet. Insgesamt ist Cairns aber nicht so beeindruckend, weil alles sehr touristisch ist und es außer feiern zu gehen und Sachen außerhalb der Stadt unternehmen nicht viel zu tun gibt. Unser persönliches Highlight in Cairns waren riesige Fig Trees über und über voll mit Riesenfledermäusen, die den ganzen Tag da rumhängen und abends aktiv werden. Eines abends haben wir sogar eine vermutlich verletzte Babyfledermaus auf dem Fußweg gefunden und die Erfahrung gemacht, das die australischen Tiernotrettungsdienste schwer zu erreichen sind. Außer die Fledermaus mit einem Stock aus dem Fußwegbereich zu heben, konnten wir leider nichts machen.

Der beste Tag in Cairns war definitiv unser Ausflug zu dem Örtchen Kuranda mitten im Regenwald. Der schönste Weg dorthin führt mit der Skyrail (Gondel) über den Regenwald. Während der Fahrt kann man auch immer wieder aussteigen, durch den Wald gehen und Wasserfälle sehen. Das ganze ist ein bisschen kostspieglig (für unsere Verhältnisse), aber das haben wir uns jetzt mal gegönnt ;) Kuranda selbst ist ebenfalls ziemlich touristisch und der einzig wirklich schöne Teil ist der ursprüngliche Hippie-Markt, der von der Straße in den Regenwald führt und einen in eine andere Welt eintauchen lässt.

Unser beste Abend hingegen war definitiv Halloween! Im Grunde haben wir den ganzen Tag davor damit verbracht, unser Kostüm für möglichst wenig Geld zusammenzustellen. Letztendlich haben wir uns mit Kinderschminke, billigem Lidschatten und unserem vorhandenen Make-up in eine mexikanische Totenköpfe verwandelt. Wir waren auf jeden Fall sehr zufrieden damit. Besonders lustig wurde es, als wir mit einem Freund von der Whitsundays Tour und dessen Freund durch die Stadt gezogen sind. Als wir uns gerade beim Stadtpool hingesetzt hatten, tauchte ein Security-Mensch auf und bat uns wieder zu gehen und unseren Alkohol auszuschütten, da in öffentlichen Orten überall Kameras darauf achten, dass dort kein Alkohol konsumiert wird. Aber wir hatten Glück: Unser Wachmann gab uns einfach Tipps, wo man stattdessen gemütlich und unbeobachtet sitzen konnte.

Später haben wir uns in einem Irish Pub sogar für den einen oder anderen Karaoke-Song auf die Bühne getraut haben (hatte bestimmt nichts mit dem Wein zu tun sealed). Keine Sorge, wir sind gut nach Hause gekommen und hatten einen super Abend.

Die Skyrail, die über den Regenwald führt Kuranda Rainforest Da fühlt man sich schon mal ganz klein zwischen all den hohen Bäumen... Regenwald wie im Bilderbuch Die Fledermäuse - mitten in der Innenstadt Cairns'

 

WWOOFing in Trinity Beach

Am Morgen nach Halloween wurden wir von unserem WWOOFing-Host aus der Innenstadt abgeholt und nach Trinity Beach, einem nördlichen Vorort von Cairns gefahren. Dass sie uns fantastisch umsorgt hat, zeigte sich schon daran, dass sie gleich auf dem Hinweg frisch gefangene Great Barrier Reef Garnelen gekauft hat, die es dann auf der Terasse zum Lunch gab. Als wir ihre Einfahrt hochkamen, hatten wir jedoch einen anderen Eindruck. Das Haus sah auf den ersten Blick super chaotisch und messy aus. Aber erste Eindrücke täuschen auch: Ja, das Grundstück war ein wenig chaotisch, und doch gleichzeitig ein wunderschönes Fleckchen Erde mit einem ungewöhnlichen und super gemütlichem Haus darauf. Wir schliefen jede Nacht in einem Zimmer über der Terasse mit Blick auf den Ozean. Unsere Fotos von dem Haus sagen mehr, als wir mit Worten beschreiben könnten.

Abgesehen von der Tatsache, dass wir jeden Tag so lecker bekocht wurden und es sogar jeden Tag Kekse, Kuchen und Eis gab, hat unsere Gastgeberin uns auch viel von der Gegend zwischen Cairns und Cape Tribulation gezeigt. Wer nur Cairns sieht, weiß nicht, wie der Norden wirklich ist: Viele kleine Städte mit süßen Wochenmärkten liegen entlang der Küste mit Zugang zum Regenwald und alles ist tausendmal schöner als Cairns an sich. Mit unserer Gastgeberin haben wir Trinity Beach, Port Douglas und Mossman besucht und den wunderschönen Mossman Gorge besichtigt, einen Teil Regenwald mit Wasserfällen und riesigen Felsen, der von den Aboriginies betreut wird. Dort sah auch alles aus, wie in den Hunger Games Filmen, was uns natürlich umso mehr begeistert hat.

Der „Work“-Teil unseren WWOOFing-Aufenthalt bleibt uns dabei gar nicht so sehr in Erinnerung. Im Grunde haben wir ein bisschen Unkraut gezupft, Laub gehakt, Holz geschliffe, und Haus und Auto gesaugt. Alles in allem sind wir so froh, dass wir 4 Tage bei unserer Gastgeberin bleiben konnten und dank ihr einen so authentischeren Eindruck vom „way of life“ in North Queensland bekommen haben. Wir vermissen ihr Essen und ihre Fürsorglichkeit jetzt schon! War schön mal wieder bemuttert zu werden wink

Das Haus unseres WWOOFing-Hosts Alles geht in einander über Die Aussicht vom Haus aus. Rechts oben über der Terrasse haben wir geschlafen. Die Aussicht beim Aufwachen Mossman Gorge Unser erster Wasserfall

 

Jetzt heißt es für uns erstmal „Auf Wiedersehen, Australien. Wir sehen uns in einem Monat wieder!“ Ab nach Neuseeland!

 

Theresa & Simona tongue-out

Segeln um die Whitsundays

29Okt2018

WOCHE 6 & 7:

In den letzten 2 Wochen ist so viel passiert, dass wir gar nicht dazu kamen, alles aufzuschreiben. Da haben auch unsere Tagebucheinträge ein bisschen gelitten.

Drei Orte haben wir in der letzten Zeit besucht:

 

Agnes Water

Hier haben wir seit unserem Reisestart als Backpacker die längste Zeit verbracht. Unser Hostel, das „Cool Bananas“ war bisher unser Lieblingshostel und wir uns dort so wohl gefühlt, dass wir länger geblieben sind als geplant. Die Fotos sprechen für sich: Hier herrschte einfach eine super angenehme Atmosphäre, weil nicht nur alles schön und gemütlich war, sondern auch die Angestellten überwiegend selbst Backpacker sind, die sich durch ein ein paar Stunden Arbeit ihre Unterkunft verdienen.

Neben unserem Surfkurs haben wir ehrlich gesagt „mal“ nur entspannt am Strand gelegen, Fish & Chips gegessen und viele Sonnenuntergänge angeguckt. In Agnes Water kann man einfach perfekt die Seele baumeln lassen. Ein bisschen Bewegung musste aber auch sein: Einen Tag haben wir uns Fahrräder ausgeliehen und sind hoch zu dem Dorf 1770 gefahren, wo James Cook einst als erster Engländer gelandet ist und von dort aus Queensland entdeckt hat. Dort gibt es tolle Ausgucke auf den Ozean und die anliegenden Buchten und auch das „Wildlife“ hat uns nicht hängen lassen: In einer abgelegenen Bucht überraschten uns eine Gruppe Delfine, welche die nächste Stunde immer wieder vor uns auf und ab schwammen. Delfine: Check!

Unser Hostel Unser Hostel 1770 Ein Delfin! Die Bucht von 1770

 

Hier übrigens die Fotos von unserem Surfkurs, von dem wir letztes Mal schon erzählt haben:

Surfen Surfen

 

Airlie Beach

Backpacker-Tipp Nummer 1: Mit dem Nachtbus die Küste hochfahren und eine Hostelnacht sparen. Wir sind also mit einem Greyhound-Nachtbus 10 Stunden lang bis nach Airlie Beach gefahren und kamen dort dementsprechend geplättet an. Der Temperaturunterschied zu Agnes Water hat sich doch sehr bemerkbar gemacht, da wir uns nun in der tropischen Zone Australiens befanden. Airlie Beach selbst ist sehr touristisch: Jeder zweite Laden ist eine Travel Agency und 99% aller Touristen sind nur dort, um eine Tour um die Whitsundays zu machen. Außer tagsüber am Stadtpool zu liegen und abends in den zahlreichen Clubs feiern zu gehen, kann man hier nicht viel machen. Schön ist es wegen der Landschaft dort trotzdem, aber nach 3 Tagen war es dann auch genug.

 

 

Mit der „New Horizon“ um die Whitsundays

Unser absolutes Highlight der letzten Wochen war mit Abstand unsere Whitsundays-Segeltour. 3 Tage und 2 Nächte ging es für uns mit 30 anderen Backpackern auf ein Holzsegelschiff, dass uns zu den schönsten Orten der Inselgruppe bringen sollte.

Gleich zu Beginn fuhren wir in eine Bucht der Hook Island, um dort mit Neoprenanzügen vom Boot zu hüpfen und daraufhin den Sonnenuntergang zu genießen. Die Neoprenanzüge waren übrigens Pflicht, weil im Sommer doch einige Quallen unterwegs sind. Abends saß dann die ganze Gruppe gemeinsam auf dem Deck und im Laufe der Nacht wurde das ein oder andere Goon-Paket (Wein im Tetrapack) geleert. Keine Sorge: Wir haben alle gut ins Bett gefunden und sind nicht von Bord gefallen.

Gemeinsam mit 6 anderen Mädchen aus den USA, Finnland und Belgien haben wir in einer kleinen Holzkajüte geschlafen und wurden morgens um 6:30 von König der Löwen geweckt. Daraufhin ging es gleich weiter zum Lieblingskorallenriff unserer Crew, wo wir mit Taucherbrille und Schnorchel ausgestattet wurden und das wunderschöne Riff erkunden durften. Die Crew hatte auch nicht untertrieben: Die Korallen waren nah genug an der Oberfläche, sodass man gut ihre bunten Farben erkennen und auch mit den Fischen schwimmen konnte. Am beeindruckendsten waren dann aber die Riesenschildkröten, die sich kein bisschen für uns interessiert haben und deshalb direkt neben uns geschwommen sind. Das ganze wirkte so unwirklich, dass wir es erst realisiert haben, als die Schildkröten dann vor uns den Kopf auf dem Wasser streckten.

Aber damit war es für den Tag noch nicht vorbei, denn das absolute Highlight der Tour wartete noch auf uns: Nach einem kurzen Bushwalk standen wir plötzlich auf dem angeblich weißesten Strand der Welt, dem Whitehaven Beach. Wer schonmal Fotos in Reiseführern davon gesehen hat: Dank dem guten Wetter sah er tatsächlich so aus, wie wir ihn uns vorgestellt hatten: Helle Sandbänke, türkises Wasser und grüner Regenwald. Wir hatten genug Zeit, um dort viel zu viele Fotos zu machen, im flachen Wasser herumzulaufen und uns auf die Stand-up-Paddel-Boards zu wagen. Später ging es dann noch zu dem berühmten Aussichtspunkt den man auf Instagram immer sieht und zum Abschluss beobachteten wir wieder den Sonnenuntergang vom Deck des Bootes.

Am Tag darauf ging es leider schon wieder zurück zu Airlie Beach, aber nicht bevor wir in der davor liegenden Bucht noch einmal von einer aufgeblasenen Wasserrutsche ins Meer plumpsen konnten.

Zum krönenden Abschluss trafen wir uns am darauffolgenden Abend mit der Gruppe in einer Bar, wo wir Freigetränke bekamen und Livemusik gespielt wurde. Danach zogen wir weiter in einen Nachtclub, wo es passend zu Halloween Gesichtsbemalung gab und wir noch einmal zusammen feiern konnten. Ein gelungener Abschied von einer Reise mit so einer tollen Gruppe.

Die Aussicht vom Schiff Sonnenuntergang vom Boot aus Sonnenbaden auf dem Deck Whitehaven Beach Whitehaven Beach Auch mal ein Foto zu zweit Whitehaven Beach Unsere Reisegruppe Die Afterparty

 

 

Jetzt sind wir in Cairns, noch einmal 9 Stunden nördlich von Airlie Beach, und warten darauf, dass unser Hostelzimmer fertig ist. Bis zu unserem Flug nach Neuseeland in einer Woche werden wir hier die Gegend erkunden und unseren ersten WWOOFing-Job (Arbeit für Unterkunft) bei einer Frau in Trinity Bay antreten. Damit kommt zu den „Travel“ nun auch das „Work“ dazu. Wir werden berichten ;)

 

Viele Grüße von

Theresa & Simona tongue-out

Die erste Woche als richtige Backpacker

18Okt2018

Typisch Australien Nr. 2: Statt in den Fernsehnachrichten über Politik zu berichten, geht es überwiegend um Footballspieler, die Kinder bekommen haben, Sportlerinnen, die bei Interviews vor Bienen wegrennen und Haiangriffe, die in einer Bucht irgendwo im Nirgendwo passiert sind. Hier down under ist man einfach zu entspannt, um sich um internationale Politik einen Kopf zu machen. (Dass Kanye West bei Trump war, haben wir aber leider trotzdem mitbekommen.)

 

TOP 5 der 5. Woche:

 

Es geht los: Letzte Woche haben wir das – wie wir jetzt merken – Luxusleben bei den Wilsons verlassen und das Hostelleben an der Ostküste kennengelernt. Mit dem Greyhound Hop on / Hop off-Ticket ging es von Brisbane über Mooloolaba und Alexandra Headland nach Noosa und von dort aus mit einem Zwischenstopp in Rainbow Beach nach Agnes Water. Das Folgende haben wir in den letzten 10 Tagen erlebt:

 

1.  Mount Coolum

Unser erster Ausflug ging zum Mount Coolum, einem 200m hohen Berg nördlich von Alexandra Headland. Am Tag vorher war dort jemand von einer giftigen Schlange gebissen worden, weshalb wir uns brav mit Wanderschuhen und langen Hosen auf den Weg machten. Fehler! Der Aufstieg war durch die Hitze noch viel anstrengender, doch die Aussicht war es wert. Auf der einen Seite war das Hinterland, auf der anderen das Meer und wir hatten das Glück, von ganz oben sogar einen Wal in der Ferne zu sehen. Mit dem Bus ging es dann runter nach Coolum, wo wir dank Google Maps eine kleine versteckte Bucht entdeckten, die wir nur mit den Vögeln und einigen anderen Australiern teilen mussten. Von dort aus sind wir am Strand entlang bis zum Zentrum von Coolum gelaufen. Kurz bevor wir in den Bus steigen wollten, begann es dann zu blitzen und zu donnern und mit einem Schlag startete ein heftiger Regenschauer mit Hagel, der uns innerhalb von wenigen Minuten komplett durchnässt hat und die Straßen in Bäche verwandelte. Ab da war uns klar: Die Stürme hier in Queensland sind ein bisschen anders als die Zuhause. Und es sollte nicht der erste Sturm gewesen sein.

Die Aussicht vom Mount Coolum auf die Sunshine Coast Wanderschuhe aus und am Strand von Coolum entspannen Blick vom Mt Coolum auf das Hinterland Unsere Reaktion beim Ansehen dieses Fotos: Ohhh

 

2.  Noosa

Noosa an sich ist wunderschön: Viel grün, niedliche Geschäfte, gemütliche Cafés, ein riesiger Nationalpark und zahlreiche Strände um die ganze Stadt verteilt. Leider konnten wir davon nicht so viel genießen, da es 4 Tage lang durchgehend geregnet und zum Teil sogar richtig gestürmt hat. Das hat uns allerdings nicht davon abgehalten, zweimal den Coastal Walk am Rande des Nationalparks zu erkunden. Besonders dort kommt man an tollen Buchten vorbei, wo außer den Surfern nicht allzu viele Besucher sind, und läuft teils direkt durch den Regenwald. Das Highlight waren die Fairy Pools, natürliche Meerwasserpools zwischen den Felsen, die zurecht schon jeder Instagrammer in der Region besucht hat. Auch der Regen konnte uns nicht davon abhalten, in den Pools zu schwimmen. Klitschnass, aber glücklich, kamen wir jeden Tag im Hostel an.

Wandern durch den Regenwald Magpie Marty will unser Lunch-Sandwich Es grünt so grün... und TT mittendrin Eine der vielen Buchten bei Noosa Melancholisch in die Ferne gucken. Noch kein Regen in Sicht. Der typische Instagram - Fairy Pool TT beim Schwimmen im anderen rock pool

 

3.  Rainbow Beach

Rainbow Beach wurde uns von mehreren Australiern empfohlen, ob wohl zunächst skeptisch waren. Außer einem riesigen Hostel, einem Supermarkt und einer Tankstelle ist dort nicht viel zu finden. Normalerweise fahren alle von dort aus nach Fraser Island, wo wir uns jedoch gegen entschieden haben, da wir dafür lieber eine Segeltour um die Whitsundays machen wollen.

Der Strand in Rainbow Beach war jedoch trotzdem einen Besuch wert, da der Sand nicht nur gelb sondern auch schwarz ist und schöne Muster bildet. Zu Schwimmen haben wir uns allerdings nicht getraut: Das Meer sah durch das Wetter eher aus wie die Nordsee und die Wellen waren so hoch, dass sich nicht einmal die Surfer getraut haben, ins Wasser zu gehen. Stattdessen haben wir zweimal zum Sonnenuntergang die gigantische Sandüne Carlos Sandblow besucht, von der aus man auf das Meer und das Hinterland gucken kann.

TT (19), Sturmbeschwörer Rainbow Beach mit rainbow sand TT (19), Dünentänzer Findet Simona auf Carlos Sandblow Panoramablick auf Carlos Sandblow

 

4.  Surfen in Agnes Water

Gleich heute morgen am ersten Tag in Agnes Water ging es für uns das erste Mal zum Strand, um die Wellen zu reiten. Für $40 hatten wir eine dreistündige Surfeinheit in eine Gruppe mit zwei lustigen, englischen Surflehrern. Zuerst gab es eine Trockenübung am Strand, wo wir die 4 Schritte beim Aufstehen auf dem Surfbord lernten: Boobs, Twist, Stand, Dance. Heißt so viel wie: Hände zur Brust, einen Fuß aufs Brett, aufstehen und dann Spaß haben. Das mit dem Aufstehen hat am Strand ganz toll, im Wasser dann mehr oder weniger geklappt. Spaß gemacht hat es auf jeden Fall, eine GoPro am Bord machte durchgängig Fotos, ein Workout war es auch und eine kostenlose Nasendusche gab es auch gleich dazu. Manchmal hätten wir uns von den Lehrern noch ein bisschen mehr Unterstützung gewünscht, da es schwer ist, abzuschätzen, ob eine Welle es überhaupt wert ist zu paddeln und wann man aufstehen muss. Am Ende lagen wir eigentlich nur noch auf den Surfbrettern im Wasser und haben uns treiben lassen. Vielleicht machen wir woanders ja nochmal einen Surfkurs.

 

(Wer sehen will, wie wir uns angestellt haben: Schaut nochmal später vorbei, dann haben wir die Fotos von der Surfschule.)

 

5. Das Leben im Hostel

Wider aller Erwartung haben wir uns ziemlich schnell an das Leben in 6-Bettzimmern, das Schlafen mit Ohrstöpseln und das Kochen in mehr oder weniger gut ausgestatteten Gemeinschaftsküchen gewöhnt. Momentan sind wir in unserem dritten Hostel und haben das Gefühl, dass wir schon erstaunlich viel dazu gelernt haben, was Kontakte knüpfen und den Reisealltag organisieren betrifft. Hier trifft man jeden Tag neue Leute aus der ganzen Welt – haupsächlich Deutsche, Engländer, Niederländer und andere Europäer. Viele machen Work&Travel, einige sind aber auch nur für ein paar Wochen unterwegs. Obwohl wir mehr Alkohol und Party erwartet haben, sind die meisten Abende eher entspannt und man unterhält sich mit den Tischnachbarn beim Essen. Apropos Essen: Wir haben besonders Spaß dran, uns zu überlegen, was wir so essen wollen (spoiler: Wir lieben essen.). Einerseits ist Essen natürlich ein Kostenfaktor und andererseits rundet ein leckeres Abendessen den Tag nochmal ab. Wann immer wir in ein neues Hostel kommen, gehen wir erstmal einkaufen und vergleichen akribisch die Preise. 10Ct weniger pro Kilo? Gekauft! Für alle die‘s interessiert: Nach Kartoffeln, Kürbis und Pasta befinden wir uns jetzt in der Ei-Woche. Sprich: Die nächsten 4 Tage gibt‘s ein 12er-Pack Eier und ganz viel Gemüse.

Der Gemeinschaftsbereich im Noosa-Hostel

 

Die nächste Woche wird dafür weniger ereignisreich: Sonnenbaden am Strand von Agnes Water, die eine oder andere Yoga-Stunde (kostenlos natürlich!), eine Nachtbusfahrt die Ostküste hoch und Airlie Beach. Wir wollen euch ja aber nicht alles vorwegnehmen (und uns selbst auch nicht). Bis nächste Woche!

 

TT & Sisi tongue-out

Bonus für alle, die bis zum Ende gelesen haben: TT & Leo

Camping, Pasta & Nächte in Brisbane

08Okt2018

Australische Eigenheit Nr. 1: Reimende Warnschilder. Beispiele gefällig?

Enjoy, don‘t destroy“, „Stay behind the line and you‘ll be fine“ oder „Shut the gate, mate!“

 

Top 4 der 3. & 4. Woche

 

Wie wir in den letzten zwei Wochen lernen mussten, kommt vor der großen Reise erstmal ganz ganz viel Planung. Unsere kommenden Trips nach Cairns und Neuseeland in den nächsten 2 Monaten haben unsere ganze Aufmerksamkeit beansprucht und wir haben vieles zum erstem Mal gemacht: Eine lange Busreise buchen, das erste Mietauto aussuchen, im ersten Hostel ein Zimmer reservieren, eine aibnb-Wohnung buchen… Dafür ist jetzt endlich alles geplant und unsere Vorfreunde könnte nicht größer sein (die Aufregung auch).

Trotzdem haben wir immerhin 4 Highlights, die wir mit euch teilen wollen:

 

1.  Brisbane bei Nacht

Für uns Braunschweiger Vorstadt-Kinder sind Hochhäuser natürlich immer ein Highlight und vor allem bei Nacht. Deshalb ging es für uns an einem Wochenende gleich zweimal abends mit dem Zug nach Brisbane, um das Großstadt-Nachtleben kennenzulernen (trotzdem waren wir immer um 11:00 Uhr wieder Zuhause, man wird ja auch nicht jünger wink). Am ersten Abend hatten wir den besten Stadtführer überhaupt: Jage, mit dem wir ja schon die Cleveland High School besucht haben und der in einem Brisbaner Hochhaus wohnt. Von dort aus war die Aussicht absolut atemberaubend und wir haben Fotos geknipst wie verrückte Touris, was Jage und seinen Mitbewohner sehr amüsiert hat. Später ging es dann noch durch die Straßen der Innenstadt, durch den Botanischen Garten zu Jages Uni, und über den Fluss zum Brisbane Festival an der South Bank. Auf dem Weg dahin kamen wir an zwei Fig Trees vorbei, die über und über mit Lichterketten bedeckt waren. Ein Gefühl wie Alice im Wunderland… Mit Take Away Pasta ging es dann zum Flussufer des Brisbane Rivers, wo wir eine Wassershow vor der Skyline angesehen haben.

Der Blick von South Bank auf die Innenstadt und die Wassershow Die Story Bridge Die Aussicht aus Jages Apartment Brisbanes Clock Tower Wie Alice......im Wunderland

 

2.  River Fire

Den Tag darauf fuhren wir wieder nach Brisbane zum alljährlichen River Fire Feuerwerk, das von den Machern des Sydney-Silvester-Feuerwerks organisiert wird und sich über die ganze Innenstadt erstreckt. Vorher mussten wir aber erstmal mit 500.000 anderen Besuchern um einen guten Stehplatz kämpfen, womit wir ehrlich gesagt nicht gerechnet hatten. Die Atmosphäre in der ganzen Stadt glich der eines riesigen Stadionkonzerts. Besonders beeindruckend war auch, dass um Brisbane herum gerade ein Gewitter tobte, von dem man in der Innenstadt bis auf die weit entfernten Blitze hinter der Skyline aber nichts mitkriegte. Schon sehr skurril.

Direkt bevor die ersten Raketen hochgingen, flogen dann noch zwei Düsenjets der Army über die Menge, was alle total gefeiert haben und uns überhaupt nicht beeindrucken konnte. Zur Erklärung: die Flieger sind seit Wochen über Brisbane Formation geflogen, um den großen Auftritt zu üben – obwohl sie am Ende nur einmal kurz ohne Formation vorbeigeflogen sind. Das Feuerwerk dagegen war wunderschön: Die Rakten wurden nicht nur vom Flussufer, von den Brücken und aus dem Wasser abgeschossen, sondern auch von den Dächern der größten Hochhäuser. All das zu mehr oder weniger genialen Soundtracks, von der epischen Musik von Star Wars, „2001“ und Interstellar bis zu den ziemlich unpassenden Songs von den Mutant Ninja Turtles und Ghostbusters. Immerhin war so für alle was dabei.

  Skyline mit Blitz

 

3.  Homemade Pasta

Zum ersten Mal in unserem Leben (und im Leben der Pasta-Maschine der Wilsons) haben wir selber Nudeln hergestellt. Sogar ganz professionell mit italienischem 00-Mehl und auf italienische Art, bzw. nach Anweisungen unserer Gastmutter, die das vor Jahren mal in Italien gemacht hatte. Wir Teenager durften den Teig kneten und unsere Gastmama und -Tante haben sich gefreut wie kleine Kinder, als die fertigen Nudeln aus der Walze kamen.

Es hat nicht nur Spaß gemacht, sondern auch wirklich gut geschmeckt sodass wir das gestern zum Abschied gleich nochmal wiederholt haben.

  Selbstgemachte Pasta 

 

4.  Camping auf Straddie

Das absolute Highlight der letzten 2 Wochen ist und bleibt aber unser Ausflug nach North Stradbroke Island, wo unsere deutsche Gastschwester mit uns 3 Tage auf dem Adder Rock Campingplatz gezeltet hat. Wir sind mal ehrlich: Im Grunde haben wir die ganze Zeit am Strand verbracht, haben gelesen, Karten gespielt und es uns gut gehen lassen. Am ersten Abend begaben wir uns auf eine sehr dramatische Suche nach einem offenen Imbiss (es war Feiertag: Queen‘s Birthday), da wir sehr hungrig waren und alle Essensmöglichkeiten mindestens 30 Minuten zu Fuß entfernt lagen. Als wir dann nach einem längeren Fußmarsch den offenen Fish & Chips–Imbiss entdeckten, gab es natürlich kein Halten mehr. Daraufhin aßen wir glücklich auf den Felsen von Cylinder Beach vor der untergehenden Sonne und konnten unser Glück kaum fassen. Der nächste Abend war auch sehr lustig, als wir mangels Campingkocher unsere Spaghetti auf dem BBQ-Grill des Campingplatzes kochen mussten (Na Abifahrt-Harz-Camper, kommt euch das bekannt vor?). Was heißt kochen: Der Grill konnte die Nudeln maximal aufweichen, und das auch nur dank eines herrenlosen Wasserkochers, den wir seit dem ersten Tag im Auge hatten. Aber was soll‘s, mit Pesto schmeckt schließlich alles. Mit Nutella übrigens auch ;)

Auch mit unserem Zelt mussten wir ein bisschen kämpfen. Die Wilsons hatten es zuletzt vor 15 Jahren rausgeholt und bei dem abendlichen Regenschauer tropfte es dann schon stellenweise auf unsere Schlafsäcke. Aber wir sind ja nicht aus Zucker!

Trotzdem oder gerade deswegen war es ein sehr schöner und lustiger Kurzurlaub und wir können Straddie nur an jeden empfehlen, der mal nach Brisbane kommt. Erstaunlicherweise haben die Touristen die Insel nämlich noch nicht wirklich entdeckt. Beim Campen waren wir jedensfalls ausnahmslos von Australiern umringt.

3 stolze Camper mit ihrem Zelt Sonnenuntergang am letzten Abend

 

 

Das war‘s erstmal mit unseren Wochenbericht. Wir sitzen gerade in einem Greyhound-Reisebus zu unserem ersten Stop auf dem Weg nach Cairns: Alexandra Headlands an der Sunshine Coast. Wie es uns dort gefällt, erzählen wir euch nächstes Mal…

 

Liebe Grüße von den jetzt richtigen Backpackern,

Theresa & Simona

It's a bloody ripper, mate!

25Sept2018

"a bloody ripper" - Australian slang for "absolutely awesome" (and a saying we learned from our host dad this week)

Top 5 der 2. Woche

1. North Stradbroke Island

Direkt vor Brisbane liegt die North Stradbroke Island, eine wunderschöne Insel, die zum Glück kaum von Touristen und dafür mehr von Australiern und Austauschschülern aus der Gegend besucht wird. Die Fähre fährt 20 Minuten von unserer Haustür entfernt ab, weshalb wir am Mittwoch kurzerhand mit Badesachen im Gepäck nach "Straddie" gefahren sind. Nach einer kurzen Busfahrt über die bergige Insel kamen wir beim Point Lookout an, von dem man auf den 34km langen Main Beach gucken kann. Von dort aus führt der wunderschöne North Gorge Walk um die Klippen und bietet einen fantastischen Blick auf den Pazifischen Ozean. Während wir auf den Felsen Fotos machten, rief uns ein Australier zu: "Girls, look over there!" Circa 200m von uns entfernt tauchte ein Buckelwal aus dem Wasser auf. Wir waren natürlich völlig aus dem Häuschen und haben schnell die Kameras gezückt. Im Laufe der nächsten Viertelstunde sahen wir außerdem noch 2 Schildkröten und verfolgten wie der Wal richtung Antarktis weiterschwomm.

Den Rest des Tagen verbrachten wir am Cylinder Beach. Keine Sorge, liebe Eltern - es waren Life Guards vor Ort und wir sind ganz nach Vorschrift immer schön zwischen deren roten und gelben Flaggen geschwommen. Um 4 Uhr ging es dann wieder mit der Fähre nach Hause und wir sind uns einig, dass dieser Tag einer unserer bisherigen Highlights war.

Main Beach North Gorge Walk Cylinder Beach 

Wer findet die Schildkröte? Buckelwal (aus einem Video abfotografieret)

 

2. Jetski fahren in Moreton Bay

Am Sonntag hieß es: Früh aufstehen, Cappys auf und ab mit dem Jetski unseres Gastvaters zur Moreton Bay, die gleich vor der Tür liegt. Selbst gefahren sind wir natürlich nicht, sondern unser Gastvater saß am Steuer, während wir das türkise Wasser bewundern durften. Innerhalb von 2 Stunden fuhren wir bis nach Stradbroke Island und daran vorbei durch das Gewirr von kleinen Inseln. Mittendrin hielt unser Gastvater immer wieder den Jetski an, weil einer von uns eine Schildkröte gesehen hatte, die ihren Kopf aus dem Wasser streckte. Wir konnten es beide kaum fassen. Zum Schluss ging es dann noch zu Peel Island, einer sichelförmigen Insel zwischen Straddie und dem Festland, zu der man nur mit einem Boot gelangt. Das Wasser ist in der Bucht der Insel so flach, dass wir circa 200 Meter raus in den Ozean waten mussten, bevor wir halbwegs schwimmen konnten. Um uns herum waren Strand und Bucht gefüllt mit anderen Booten und Jetskis - auch die Australier wissen diese Insel sehr zu schätzen. Wir beide sind auf jeden Fall dankbar dafür, dass wir diese Erfahrung machen durften... ein riesen Spaß :)

Peel Island Jet skiing Der Blick von Peel Islan auf Moreton Bay

 

3. Hunger Games movie marathon

Gleich nach dem Jetski-Ausflug kam gleich das nächste Highlight: Zuhause wurden Luftmatratzen aufgepumpt und alle Decken und Kissen des Hauses im Wohnzimmer versammelt, wo wir daraufhin mit unseren Gastschwestern und Gastmama einen 9-stündigen Hunger Games - Filmmarathon starteten. Natürlich hatten wir genug zu essen besorgt, wobei eine Süßigkeit besonders herausstach: Unsere Gastschwester hatte im Supermarkt eine Box mit 9 Kg Ben&Jerry's Eiscreme für nur $6 gefunden und wir konnten uns gar nicht mehr einkriegen. Jetzt, 2 Tage später, sind immer noch mindestens 8,5 Kg übrig. Wir werden nicht verhungern wink

 

4. Cleveland High School

Da ein alter Schulfreund von Simona nach Cleveland kam, haben wir alle zusammen deren alte Schule besucht, die Cleveland District State High School. Dort hatte sich eigentlich nicht viel verändert. Wir sagten einigen ehemaligen Lehrern Hallo und fühlten uns unter den ganzen Schuluniform tragenden Schülern wie Außerirdische. Auf jeden Fall ein sehr schönes Wiedersehen und ein kleiner Blick in die Vergangenheit.

 

5. Brutzeln am Pool

Man muss es sich ja auch "mal" gut gehen lassen... den ganzen Samstag verbrachten wir am Pool unserer Gastfamilie und genossen es, zu lesen, Musik zu hören und zu entspannen. Bei UV-Faktor 9 durfte natürlich auch die Sonnencreme nicht fehlen. Obwohl wir uns mindestens 5 Mal eingecremt hatten, waren wir doch ein klein weng verbrannt. Mit der Sonne hier ist wirklich nicht zu spaßen. Besonders lustig wurde unser Pool-Tag, als wir mit Leo 🐶 in den Pool gesprungen sind und Missy laut kläffend um uns herungesprungen ist. Dabei fühlten doch ein bisschen verwöhnt, aber umso mehr wissen wir es zu schätzen ❤️️

Leo (oben) & Missy Missy, Queen of the House solche Models


Ansonsten gibt es nicht viel Neues zu berichten. Die letzten Tage haben wir mit dem Recherchieren und Planen der kommenden Monate verbracht. Hinter all dem Reisen steckt schließlich auch ein Haufen Arbeit. Aber wir wollen uns nicht beschweren, wir freuen uns einfach auf alles, was vor uns liegt.

 

Viele Liebe Grüße von uns tongue-out

PS: Wir sind ganz überwältigt von der Anzahl unserer bisherigen Blogbesucher und ganz besonders freuen wir uns über die Kommentare. Sehr süß von euch!

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